Passivhaus

Das Passivhaus von BUENA VISTA ist eine Entdeckung.
Wie funktioniert das Haus ohne Heizung?

Bislang galt die Heizung als unverzichtbar. Verbesserte dämmende Bauteile rund um die Gebäudehülle ließen Ende der 80er Jahre Fragen nach der Haltbarkeit dieses Paradigmas zu. Im Grunde geht es um eine warme Wohnung. Ob dazu weiter geheizt werden muss, oder ob nicht weiter entwickelte neue Bauprodukte und entsprechende Baukonstruktionen und gar Gebäudeentwürfe nicht allein schon ausreichen, waren auf einmal denkbare Fragestellungen.

Auch, wenn zu der Zeit noch nicht alle notwendigen Bauprodukte in geregelter Form vorlagen, schien es dennoch möglich, folgende Formel entwurflich, baukonstruktiv und anlagentechnisch zu erfüllen: Durch die Gebäudehülle darf im Winter durchschnittlich nur noch so viel Wärmeenergie verloren gehen, wie latentepassive Wärmequellen ersetzen können. Dazu zählen solare Strahlung, Abwärme von Haushaltsgeräten und die Wärmelast von anwesenden Personen. Orientierung, A/V-Verhältnis und Luftdichtheit spielen jetzt eine ungleich wesentlichere Rolle als in bekannten Baukonstruktionen und Entwürfen. Die Anlagentechnik kommt nun ohne die üblichen Heizkörper aus. An deren Stelle tritt die kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung. Sie ist in der Lage, den geringen Restwärmebedarf zu verteilen, der sich aus der Deckung von Bedarfsspitzen ergibt. Die Bilanz ist jedoch ausgeglichen. Nach wie vor verfügt jeder Raum über öffenbare Fenster. Allerdings unterbleibt der Lüftungsreiz ganz intuitiv wegen der verbesserten Luftqualität durch den mechanisch geregelten Luftaustausch. Die Heizkosten sind so gering, dass sie nicht mehr einzeln erfasst, sondern pauschal über das Hausgeld verrechnet werden, das sich mit allen üblichen Posten nach wie vor um 200,- €/WE bewegt.

Unter Berücksichtigung dieser neuen Konstruktions- und Entwurfsparameter ist die Wärmebilanz zwischen den verbleibenden Transmissionswärmeverlusten und den Gewinnen aus passiven Wärmequellen (daherder Name Passivhaus) ausgeglichen, wenn der Heizwärmebedarf < 15 kWh/qma ist. Auf dieser Grundlage und den skandinavischen Beispielen des Niedrigenergiehauses hat BUENA VISTA (seinerzeit noch Architekturbüro Rainfried und Hana Rudolf) 1992 das erste Passivhaus ohne eigenes Heizverteilsystem fertig gestellt. Dafür erhielt es 1994 den Umweltpreis der Stadt Stuttgart. In den letzten25 Jahren konnte BUENA VISTA das Passivhaus aufgrund der symbiotischen Beziehung zu seinen Baugemeinschaften bis zum Atriumhaus weiter entwickeln. Heute ist das Passivhaus längst Stand der Technik und spielt gegenüber den neueren Entwicklungen eine eher untergeordnete Rolle. Interessanter ist beispielsweise das letzte Etappenziel mit großen Loggien. Sie steuern Klima und Schall differenzierter und erfüllen den Wunsch mit ihren lebendigen dreidimensionalen Fassade, die Grenzen zwischen Drinnen und Draußen zu überwinden. Die Atriumhäuser öffnen sich in die Stadt hinein und stellen einen unaufdringlichen Dialog zwischen Bewohner und Passant her. Das belebt Gebäude und Stadt weitmehr als bisher, wovon beide profitieren. So wirkt das den Entwurf bestimmende Passivhaus, das ursprünglich lediglich als Baukonstruktion gedacht war, bis in die städtebauliche Entwicklung hinein.

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BUENA VISTA socialarchitecture

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Fax 0711 / 86 20 258

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